Hintergrund.

Warum dieses Buch?

Zunächst die gute Nachricht: Die durchschnittliche Lebenserwartung von Frauen beträgt in Österreich knapp 84 Jahre. Jene der Männer etwas über 78.
Weniger erfreulich: Herr Österreicher verbringt im Mittel lediglich 62 Jahre in guter Gesundheit. Der Wert von Frauen ist mit 63 Jahren nur marginal höher. Die Situation in Deutschland: Deckungsgleich.
Am Ende steht vermeintlich der Wunsch nach einem kurzen, schmerzlosen Tod. Besser gesagt: Ein schnelles Sterben. Einfach umfallen, aus und vorbei. Weg für immer. Umfragen zufolge wünschen sich zwei Drittel der Deutschen ab 18 Jahren am liebsten «plötzlich und in guter gesundheitlicher Verfassung» aus dem Leben zu treten. Nur sanft entschlafen wäre schöner. Wenn möglich zu Hause im eigenen Bett. – Das zeigen die wenigen Studien, die bis dato im deutschsprachigen Raum über die Vorstellungen vom großen «Loslassen» erschienen sind.
Die soziale Wirklichkeit sieht nicht selten anders aus. Denn: In modernen Gesellschaften wurde das Sterben, nicht zuletzt durch den medizinischen Fortschritt, weitgehend institutionalisiert. Schließlich verabschieden sich rund drei Viertel der Österreicherinnen und Österreicher im Krankenhaus, Pflege- oder Altenheim von dieser Welt. Nur etwa 27 Prozent sterben daheim.

Wünsche, Träume, Ziele, Ängste

Der quantifizierende, auf statistischen Verteilungen beruhende Blick auf das Alter ist wenig zufriedenstellend. Er gibt keine Antworten. Er stellt nur fest.
Dabei gibt es so viele Fragen: Ist das Mehr an Lebenszeit eine Bereicherung? Oder stehen Krankheit und Einsamkeit im Vordergrund? Gibt es im hohen Alter noch Ziele? Welche Wünsche sind wünschenswert? Wie groß ist die Angst vor dem Tod? Und bleibt das kurze, schmerzlose Sterben ein erstrebenswertes Ideal?